Die Light-Lüge

Die Light-LügeGegen Ende der 70er, Anfang der 80er Jahre wurden Nahrungsfette als Ursache von Überfettung und Herz-Kreislaufkrankheiten ausgemacht. Die Konsequenz: Lebensmittel wurden fettreduziert und die Armee der Light-Produkte hielt Einzug in die Supermarktregale – mit schlimmen Folgen.

Weniger Fett bedeutet nämlich auch weniger Geschmack und um das auszugleichen, wurde und wird neben etlichen chemischen Zusätzen vor allem der Anteil der Kohlenhydrate – in der Regel eine oder mehrere Zuckerarten – erhöht.

Verkalkuliert²

Der gewünschte Effekt aber blieb leider aus. Im Gegenteil, seither hat die krankhafte Adipositas explosionsartig zugenommen, ebenso wie Herz-Kreislaufkrankheiten und Diabetes Typ II, Bluthochdruck und Demenzkrankheiten wie Alzheimer.

Der nächste Schritt der Light-Ära war deshalb nur logisch. In verschiedensten Produkten wurde Zucker gegen Süßstoffe ausgetauscht, schließlich war man ja davon überzeugt, dass der Grund für eine Gewichtszu- oder -abnahme schlicht in der Kalorienmenge zu suchen sei.

Limonaden, Kaugummis, Lutschbonbons und Anderes trug fortan stolz den Zusatz „light“ im Namen und die zugehörigen Werbespots griffen dies natürlich nur allzugern auf und machten die tollsten Versprechungen darüber, wie effektiv diese Produkte Einem zur Traumfigur verhelfen würden.
Genuss ohne Kalorien und somit ohne schlechtes Gewissen war die Devise.

light

 

Gestatten: Insulin

Die Idee mit der Kalorienreduktion war prinzipiell ja keine schlechte, nur gibt es da ein Problem: wieviel Energie der Körper von einer Mahlzeit zum Verbrauchen bekommt und wieviel Energie in die Fettspeicher wandert, ist nicht von der Kalorienmenge abhängig – klingt komisch, ist aber so.
Das Hormon Insulin reagiert auf den Blutzuckerspiegel. Zuviel Blutzucker ist nämlich toxisch für den Körper, also hat die liebe Evolution uns netterweise einen Mechanismus spendiert, der verhindert, dass wir uns durch unsere Nahrung selbst vergiften.
Steigt der Spiegel zu stark an, reagiert die Bauchspeicheldrüse mit dem Ausstoß von Insulin, was wiederum das Signal für den Organismus ist, den Blutzucker in Körperfett umzuwandeln.
So kann es passieren, dass ein Großteil der Energie einer Mahlzeit direkt in die Fettspeicher wandert, selbst wenn der tägliche Energiebedarf des Organismus noch gar nicht vollständig gedeckt ist. Die Folge ist, dass wir mehr Essen müssen, als wir eigentlich rechnerisch brauchen und somit immer dicker werden.

Pech gehabt

Jetzt denkt der Eine oder Andere vielleicht: „Moment mal! Wenn die Lebensmittel aber doch gar keinen Zucker mehr enthalten, dürfte doch aber der Blutzuckerspiegel auch nicht ansteigen und auch kein Insulin ausgestoßen werden!?“
Der Gedanke ist soweit richtig, leider gibt es neben den rein biochemischen Prozessen im Körper auch noch andere Faktoren, die den Hormonhaushalt beeinflussen können. Unsere Psyche steht dabei ganz vorne und weil wir gelernt haben, dass Cola, Bonbons etc. süß sind und der Körper darauf konditioniert wurde, dass „süß“ gleich zuckerhaltig ist, wird Insulin auch dann an den Blutkreislauf abgegeben, wenn wir etwas Süßes essen – ganz unabhängig davon, ob diese Süße vom energiereichen Zucker oder einem kalorienarmen Ersatzsstoff kommt. Neueste Erkenntnisse weisen sogar darauf hin, dass allein der Gedanke an eine süße Mahlzeit den Insulinspiegel erhöhen kann.

Im Klartext heißt dass: wir nehmen weniger Kalorien zu uns, aber diese werden dennoch zu Fettreserven umgebaut und der Hunger bleibt, denn die Energie, die soeben in die Fettzellen geschoben wurde, steht ja dem Organismus nicht mehr für sein Tagesgeschäft zur Verfügung. Und so essen wir immer weiter, immer mehr Nahrungsmittel mit immer mehr Zucker oder Ersatzstoffen, immer mehr Kalorien werden zu fett und so weiter. So entsteht eine Endlosschleife, die die Menschen immer dicker macht. Und weil hierdurch der Körper an einen dauerhaft hohen Insulinspiegel gewöhnt wird, bewirkt das Insulin immer weniger. Man spricht dann von Insulinresistenz. Die Folge davon ist nicht etwa, dass wir wieder abnehmen, weil dann weniger Fett aufgebaut wird, nein, zuviel Blutzucker ist ja nachwievor giftig, also muss ganz einfach noch mehr Insulin ausgeschüttet werden und immer so weiter. Ab einem bestimmten Zeitpunkt reicht die Insulinproduktion des Körpers dann nicht mehr aus und es muss künstlich zugeführt werden, mit der Spritze. Das nennt man dann Diabetes Typ II oder auch Zuckerkrankheit – und tatsächlich hat Einen der Zucker krank gemacht.In der westlichen Welt ist genau diese Entwicklung in den letzten drei Jahrzehnten alarmierend schnell vorangeschritten, die USA als die Nation mit der größten Nahrungsmittel-Dekadenz vorne weg, doch wir Deutschen holen mit ganz großen Schritten auf.

Das Insulin unter Kontrolle

Wenn jetzt das Insulin soviel Schuld daran hat, dass der Westen immer fetter wird, dann wird Jeder schnell begreifen, wie wichtig es ist, dieses Hormon in Schach zu halten – aber wie?

Die erste logische Konsequenz ist das Einschränken von Nahrungsmitteln mit simplen Kohlenhydraten wie Zucker und Stärke, denn diese treiben den Blutzuckerspiegel am schnellsten und stärksten nach oben. Neben Süßigkeiten, Säften und Limonaden zählen dazu auch Müslis, die hochgelobten, weil ja so wichtig klingenden Cerealien, Weißmehl-Produkte (Toast, Weißbrot, Nudeln etc.), Kartoffeln und Reis.
Dazu sollten mehr Obst und Gemüse auf dem Speiseplan stehen, die neben Vitaminen und Mineralstoffen vor allem wichtige Ballaststoffe liefern, die unter anderem dafür sorgen, dass Kohlenhydrate langsamer vom Organismus aufgenommen werden.

Und was ist mit Sport?

Nun, zahlreiche Studien konnten mittlerweile bestätigen, dass Sport allein nicht unbedingt effektiv ist, um Körperfett zu reduzieren. Aber – ein ganz großes ABER – Sport, insbesondere Krafttraining verbessert die Insulinsensitivität (das Gegenteil von Insulinresistenz!) der Muskulatur, dem außer der Leber einzigen Speicher für Kohlenhydrate  in unserem Körper. Je mehr Kohlenhydrate von unseren Muskeln aus dem Blut „gefischt“ werden können, umso weniger Insulin muss ausgestoßen werden, um diesen Job zu übernehmen.
So kann Sport allein vielleicht nicht schlank machen, aber er hilft dabei, gesund zu bleiben!

Natürlich essen +  Sport treiben = gesund leben!

Train Hard!

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