Fitness ist kein Hobby

Es verwirrt mich immer wieder, wenn ich alte Bekannte oder Verwandte treffe, die ich für eine Weile nicht gesehen habe, und gefragt werde: „Machst du eigentlich noch Sport?“
Diese Frage impliziert ganz eindeutig eine von zwei Vorstellungen. Entweder geht man in der Gesllschaft davon aus, dass sportliche Aktivität und Fitness eine Altersbegrenzung haben und man ab einem bestimmten Alter einfach Besseres / Wichtigeres zu tun hat bzw. nicht mehr dazu in der Lage ist.

Oder die Meinung ist, dass die Aktivität selbst ein Mindesthaltbarkeitsdatum hat und man irgendwann von alleine damit aufhört, „weil man halt dann andere Interessen verfolgt“. Mal davon abgesehen, dass man in seiner Freizeit immer noch viele verschiedene Dinge tun kann, bedeutet jene Aussage, dass Fitness als ein Hobby eingestuft wird.
Bierdeckel und Kronkorken sammeln sind Hobbies – Aktivitäten, die in der Freizeit für Kurzweil und Zerstreuung sorgen und die man in den meisten Fällen nur für die Dauer eines bestimmten Lebensabschnitts betreibt.
Fitness gehört nicht dazu.

Mens sana in corpore sano

Fitness trägt maßgeblich zur körperlichen Gesundheit bei und schützt vor zahlreichen Krankheiten und Beschwerden. Zwar ist die geistige Gesundheit nicht unmittelbar und zumindest nicht mittelfristig – langfristig sieht´s schon wieder anders aus – von der körperlichen Gesundheit abhängig, das Trainieren des Körpers hat aber verschiedene positive Auswirkungen auf die Psyche. Es verringert beispielsweise Stress, stimuliert das Nervensystem, bewirkt die Ausschüttung von Glückshormonen und erweist sich dadurch als wirksames Mittel gegen Depression und und und.

Alt und klapprig? Nicht mit mir!

„Ab 30 geht´s bergab“ – so eine alte Volksweisheit, tatsächlich beginnt die Muskulatur etwa in diesem Alter abzubauen. Das bringt zahlreiche Probleme für das fortgeschrittene Alter mit sich. Instabilere Gelenke, schlechtere Körperhaltung, weniger Kraft, um nur ein paar zu nennen. Bei Frauen kommt nach den Wechseljahren noch eine deutlich beschleunigte Entmineralisierung der Knochen und damit das Risiko, an Osteoporose zu erkranken hinzu.
Aber all dies muss nicht sein, diese Prozesse sind lassen sich durch Training positiv beeinflussen und sind bis ins hohe Alter sogar noch reversibel.
Wer also sein Leben nicht nur zeitweilig, sondern dauerhaft in vollen Zügen und im Vollbesitz seiner physischen Kräfte genießen will, tut gut daran, seinen Körper regelmäßig zu benutzen und seine Muskeln zu trainieren.

Noch einmal: Fitness ist kein Hobby, sondern eine Investition in die eigene Lebensqualität in der Zukunft!

Langlebigkeit und Familie

Als Vater einer 8 Monate alten Tochter hat Fitness für mich noch mehr Bedeutung. Ich will die Kindheit der Kleinen genießen, dazu gehört auch, so lange mit ihr Fangen oder Ähnliches zu spielen, wie sie möchte und nicht nach 3 Minuten völlig aus der Puste in den Sessel zu sinken und sie wohlmöglich vor den Fernseher zu setzen, weil ich nicht mehr kann.
Sie soll es für selbstverständlich halten, sich ausgiebig und mit Freude zu bewegen – wie soll sie das lernen, wenn sie kein Vorbild hat, dass diese Lebenseinstellung lebt?

Zudem hängt die Fähigkeit, finanziell für meine Familie zu sorgen von meiner körperlichen Leistungsfähigkeit ab. Gerade als Selbstständiger kann ich es mir nicht erlauben, zum Beispiel wegen Rückenschmerzen auszufallen.

Alternativlos

Was in letzter Zeit häufig von unserer Regierung im Bezug auf Rettungspakete für die EU verlautet wird, trifft auch für mich zu.
Die Option, nicht fit zu sein, gibt es für mich überhaupt nicht und ich finde es schade, dass so viele Menschen es immer normaler finden, sich gehen zu lassen, dick, schwach, unbeweglich und atemlos zu sein und sich von immer blöder werdenden Sendungen im TV zudröhnen zu lassen und dabei selbst immer mehr abzustumpfen. Diese Zeit kann man definitiv sinnvoller nutzen. Auch Bewegung ist unterhaltsam, man muss nur die richtige Bewegungsform finden – aber soviel Einsatz schuldet man sich selbst.

Bewegung ist kein Alheilmittel, auch das ist mir bewusst, eine gute Ernährung gehört dazu und auch hier hat man Eigenverantwortung, weil es oft leichter fällt, die schlechtere Wahl zu treffen.
Dennoch, wer sich in Zukunft noch aus eigener Kraft bewegen und Pillen nicht wie Smarties futtern will, hat es selbst in der Hand, die richtigen Entscheidungen zu treffen. Einen zweiten Körper haben wir nunmal nicht.

Train Hard!

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Eine Antwort auf Fitness ist kein Hobby

  1. Super Artikel. Besonders gut fand ich die Anmerkung mit Deiner Tochter. Genau so empfinde ich es auch. Vielen Dank für die tollen Zeilen. :)

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